Kassel. Am 6. April 2006 wurde der damals 21-jährige Halit Yozgat in seinem Internetcafé erschossen. Gestern, zehn Jahr später, kamen zahlreiche Menschen, darunter auch Vertreter von Politik, auf dem nach ihm benannten Halitplatz zusammen, um seiner und den weiteren Opfern der NSU-Mordserie zu gedenken.

Tarek Al-Wazir, Hessens stellvertretender Ministerpräsident, entschuldigte sich für das Versagen des Staates. „Wir befinden uns in der Pflicht alles zu tun, dass sich so etwas niemals wiederholt“, betonte er vor den etwa 450 erschienenen Menschen. Viele von ihnen trugen Buttons mit der Aufschrift „Halit war mein Bruder“.

Stadträtin Anne Janz prangerte die Ermittlungswirren bei der Aufklärung des Mordes vor zehn Jahren an: „Warum wurden Falsche verdächtigt?“ Applaus von allen Anwesenden nach ihrem Resümee „Kassel ist eine bunte Stadt, das ist auch gut so“.

Ismail Yozgat, der Vater des Opfers, forderte die Umbenennung der Holländischen Straße. Er unterstrich dies mit einem von der Familie aufgestellten Schild mit der Aufschrift „Um niemals zu vergessen – Umbenennung in Halit Straße“.

Wie die Polizei berichtete, wurde eine 23-Jährige im Vorfeld festgenommen, da sie Plakate mit der Aufschrift „Opfer rassistischer Morde nicht in Vergessenheit geraten lassen“ und „Wir fordern die Umbenennung der Holländischen Straße“ an Häuser, Kästen und Wände geklebt und diese damit beschädigt hatte.

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