KVG erweitert Mitnahmekapazitäten für Rollstühle und E-Scooter

0
147

Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) AG wird die Mitnahmekapazität in ihren Fahrzeugen für Rollstühle und E-Scooter wieder erhöhen. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens des Kölner Forschungs-Instituts STUVA (Studienanstalt für Tunnel und Verkehrsanlagen e.V.), das die KVG in Abstimmung mit dem Behindertenbeirat der Stadt Kassel im April vorigen Jahres in Auftrag gegeben hatte. „Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Behindertenbeirat eine Lösung gefunden zu haben, die auf Grundlage der Sachverständigenexpertise erfolgt ist und damit den Fahrgästen und unserem Fahrpersonal Handlungssicherheit gibt“, erklärt KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert.

In dem Gutachten kommt Dr.-Ing. Dirk Boenke nach eingehenden Tests mit sämtlichen Straßenbahntypen der KVG zu dem Schluss, dass sich in dem jeweils ersten Mehrzweckbereich einer Bahn und damit dort, wo sich die Klapprampe befindet, zwei Rollstühle oder E-Scooter quer nebeneinander aufstellen können. Voraussetzung ist: Beide müssen direkt nebeneinander und an einem festen Hindernis angelehnt stehen.

Bei den rund 80 Bussen der KVG bleibt es bei der bewährten Praxis. Demnach kann hier pro Mehrzweckabteil ein Rollstuhl oder E-Scooter in Längsrichtung und gegen die Fahrtrichtung aufgestellt befördert werden. Dies ergibt sich aus der EU-Busrichtlinie von 2015 und entspricht dem europaweiten Standard. E-Scooter werden zusätzlich mit vorhandenen Gurten gesichert. Die 22 neuesten Busse der KVG bieten an der Klapprampentür zwei Mehrzweckbereiche, so dass in diesen Fahrzeugen doppelt so viele Rollstühle oder E-Scooter mitgenommen werden können.

Nach dem am 22. März 2017 in Kraft getretenen Erlass „Beförderungspflicht für E-Scooter mit aufsitzenden Personen“ des Hessischen Verkehrsministeriums wird als Mitnahmevoraussetzung für E-Scooter in Bussen ein modifiziertes Bremssystem vorgeschrieben, das dafür sorgen soll, dass die Bremswirkung auch bei fahrdynamischen Lastwechseln nicht aufgehoben werden kann. Solche Scooter sind bis heute jedoch noch nicht auf dem Markt erhältlich. Demnach besteht für Verkehrsunternehmen wie die KVG keine Beförderungspflicht. Dennoch befördert sie Scooter in Bussen unter den genannten Voraussetzungen. „Damit interpretieren wir den ministeriellen Erlass in einer sehr nutzerfreundlichen Weise“, betont Dr. Ebert.

Der Behindertenbeirat der Stadt Kassel begrüßt das Ergebnis des Gutachtens ebenfalls: „Uns war es wichtig, die Entscheidung für die Mitnahme der Mobilitätshilfen auf eine faktenbasierte Grundlage zu stellen“, so der Behindertenbeiratsvorsitzende Helmut Ernst. Mit dem Anliegen Tests durchzuführen, sei man bei der KVG auf großes Entgegenkommen gestoßen. Die jetzt gefundene Lösung stehe für eine substanzielle Erweiterung der Mitnahmekapazitäten unter Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte. „Ich hoffe, dass wir nun allen mobilitätseingeschränkten Menschen eine einfache Nutzung des ÖPNV ermöglichen können“, so Carola Hiedl vom Behindertenbeirat.

Die KVG wird die Mehrzweckbereiche, in denen zwei Mobilitätshilfen befördert werden, mit einem neuen, selbsterklärenden Piktogramm kennzeichnen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here