Entlastung für Kindertagespflege: Stadt Kassel gleicht reduzierte Förderung des Landes aus

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Eltern in Kassel, die ihr Kind von einer Tagesmutter oder Tagesvater betreuen lassen, werden ab sofort finanziell entlastet. Die Stadt Kassel wird die Beitragsfreistellung des Landes Hessen von derzeit 135,60 Euro pro Monat für die Betreuung von Kindern ab dem vollendeten dritten Lebensjahr für bis zu sechs Stunden täglich auch an diejenigen Sorgeberechtigten weiterleiten, die ihr Kind in Kindertagespflege betreuen lassen.

Bisher sieht das Land Hessen eine Beitragsfreistellung nur für Kinder in Kindertageseinrichtungen vor. „Wir gehen mit der jetzigen Entlastung noch einen Schritt weiter“, betonte Jugenddezernentin Anne Janz. „Die Kindertagespflege ist ein dem Kindergarten gleichberechtigtes Angebot.“ Diesem Aspekt solle damit Rechnung getragen werden. Entsprechende Mittel stehen im kürzlich von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten Haushalt 2019 bereit.

Formloser Antrag genügt

Betroffene Eltern können sich für die Ermäßigung ihrer Betreuungskosten an das Jugendamt wenden. Dazu genügt ein formloser Antrag, der an folgende Stelle zu richten ist: Jugendamt der Stadt Kassel, Zentralabteilung, Sachgebiet Wirtschaftliche Jugendhilfe – Kindertagesbetreuung, Scheidemannplatz 1, 34117 Kassel.
Aber nicht nur für Eltern, sondern auch für Tagesmütter und Tagesväter wird ein finanzieller Ausgleich hergestellt. Die Stadt Kassel wird ab Januar 2019 für über dreijährige Kinder, die in Kindertagespflege betreut werden, die reduzierte Landesförderung gegenüber unterdreijährigen Kindern ausgleichen.

Jugendamt nimmt Anregung von Verein Tagesmütter Kassel e.V. auf
Auf diesen Umstand hatte der Verein Tagesmütter Kassel e.V. (TAM), in einem der regelhaften Gespräche mit dem Jugendamt aufmerksam gemacht. Die Anregung hat das Jugendamt gerne aufgenommen. „Durch den entsprechenden finanziellen Ausgleich wollen wir als Stadt die Bereitschaft der Tagespflegepersonen honorieren, die dreijährige Kinder bis zum Wechsel in eine Kindertagesstätte betreuen“, hob Janz hervor.

Zum Hintergrund: Für Kinder, die in Kindertagespflege betreut werden, leitet das Jugendamt Landesmittel an die Tagespflegepersonen weiter. Die Pauschalen ergeben sich aus § 32a des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches (HKJGB). Demnach reduziert sich die Landesförderung für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr drastisch, wie ein Beispiel zeigt: Für die Ganztagsbetreuung eines unterdreijährigen Kindes erhält die Tagespflegeperson 250 Euro monatlich. Für die Betreuung eines überdreijährigen Kindes werden nur noch 18,33 Euro an die Tagespflegeperson weitergeleitet.

Insgesamt hat die Stadt Kassel im Haushalt einen Betrag von rund 40.000 Euro für die finanzielle Entlastung im Bereich der Kindertagespflege eingeplant. „Im Verhältnis mag das eine eher kleine Summe sein, für die betroffenen Eltern und Tagespflegepersonen hat diese Entlastung aber eine große Wirkung“, verdeutlichte Oberbürgermeister Christian Geselle. „Dem steigenden Betreuungsbedarf werden wir auch weiter nachkommen.“ Jugenddezernentin Anne Janz ergänzte: „Als Stadt Kassel tun wir unser Möglichstes, um gemeinsam mit Tagesmüttern, Tagesvätern und allen freien Trägern ein gutes Angebot für die Kinderbetreuung im gesamten Stadtgebiet bereitzustellen.“

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