Veranstaltungen des Stadtmuseums am „Blauen Sonntag“

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Die Tage der Industriekultur in Nordhessen widmen sich in diesem Jahr dem Schwerpunktthema „Mit allen Sinnen“. Auch das Stadtmuseum beteiligt sich am Sonntag, 12. August, zu diesem Thema mit drei Führungen.

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Ab 11 Uhr findet unter dem Motto: „200 Jahre Strukturwandel bis in die Gegenwart“ eine Führung im Stadtmuseum mit anschließendem Spaziergang zum Kulturbahnhof und durch Rothenditmold mit Museumsführerin Margret Baller statt. Mit dem Bau des „Oberstadtbahnhofs“ vor 160 Jahren setzte beim Kasseler „Kratzenberg“, heute Tannenwäldchen, und in dem bäuerlichen Dörfchen Rothenditmold ein grundsätzlicher Strukturwandel ein: Es entwickelten sich Kristallisationspunkte für Produktion, Handel und Mobilität. Dieser Wandel fand im vergangenen Jahrhundert neue Höhepunkte: Während der beiden Weltkriege war der Bahnhof ein wichtiger Faktor für Transport von Material und Menschen, die Erweiterung der Produktionsstätten der Firma Henschel setzte sich mit dem Werk Mittelfeld fort. In den 70-er Jahren erlitt der Hauptbahnhof durch den Ausbau des Bahnhofs Wilhelmshöhe einen Bedeutungsverlust, die Firma Henschel ging in weltweit agierenden Industrieunternehmen auf.
Bei ihrer Führung im Stadtmuseum, zum Hauptbahnhof, durch Rothenditmold und auf unbekannten Wegen wieder zurück zum Hauptbahnhof geht Margret Baller auf diese gravierenden Umbrüche ein. Am Beispiel des Fraunhofer Instituts und anderer Neubauten macht sie deutlich, wie diese Veränderungen sich bis in die Gegenwart auswirken.

Mit dem Thema „Karl Henschel, Heinrich Salzmann und Moritz Gottschalk“ – Unternehmer und Industrielle, die Kassel neu gestalteten“ führt ab 14 Uhr Museumsführer Jürgen Mahlmann durch die Sonderausstellung und Dauerausstellung im Stadtmuseum. Textilwerke und metallverarbeitende Fabriken waren Standbeine der Kasseler Industrie. Aber auch die feinmechanisch-optischen Geräte der Firma Hahn und Musikinstrumente aus dem Haus Mollenhauer gehörten zu den begehrte Produkte aus Kassel. In seiner Führung schildert Jürgen Mahlmann am Beispiel der genannten Fabriken, aber auch anhand zahlreicher anderer Objekte, wie Kassel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der Industrialisierung wurde. Dabei geht er auch auf die politischen und sozialen Folgen dieser wirtschaftlichen Entwicklungen ein.

Bei diesen beiden Führungen ist der ermäßigter Museumseintritt von drei Euro zu zahlen.

Unter dem Titel: „Backsteine, Industrie und Immobilien. Entdeckungen am Rande einer untergegangenen Industriebahntrasse“ führt ab 14 Uhr Dr. Alexander Link, ehemaliger stellvertretenden Leiter des Stadtmuseums, auf einem Spaziergang entlang der Ahna bis zur Gottschalkstraße. Während des 19. Jahrhunderts entstanden nördlich des Kasseler Stadtzentrums im Umfeld der Holländischen Straße zahlreiche Ziegeleien und bald auch eine Reihe industrieller Betriebe. Die vor fast drei Jahrzehnten demontierte Industriebahn folgte dem Lauf der Ahna und bot den Firmen seit 1907 einen eigenen Bahnanschluss. Auf dem Weg finden sich vielerlei Spuren dieser industriellen Vergangenheit. Vor allem lässt sich nachvollziehen, wie aus einer vormals grünen Gärtner-Vorstadt allmählich ein noch immer von Gewerbe und Industrie geprägter Wohn-Stadtteil wurde.

Der Weg führt von der Straßenbahn-Haltestelle Holländische Straße (Kreuzung Bunsenstraße/Schenkebier Stanne) unweit des früheren Werkes Mittelfeld der Firma Henschel & Sohn entlang der Ahna bis zur Gottschalkstraße. Die Länge des Spaziergangs beträgt zirka 3,4 Kilometer Treffpunkt ist die Tram-Haltestelle Holländische Straße, die Teilnahme ist kostenfrei.
Bei allen Führungen sind die Teilnehmerzahlen begrenzt. Es wird um verbindliche Anmeldung unter der Telefonnummer 05 61/7 87-44 05 gebeten.

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