Mein Kassel, mein Zuhause – Einbürgerungsinitiative als wichtiger Baustein zur Integration

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Unter dem Motto „Mein Kassel – Mein Zuhause“ hat die Stadt Kassel im Herbst 2016 eine Einbürgerungsinitiative gestartet. Zielgruppe sind die rund 17.000 Menschen in Kassel, die mit rechtmäßigem acht-jährigen Aufenthalt in Deutschland eine wesentliche Voraussetzung für eine Einbürgerung erfüllen. Kernstück der Initiative ist ein persönliches Anschreiben des Oberbürgermeisters, das Interesse für eine Einbürgerung wecken soll und auf die Vorteile der deutschen Staatsbürgerschaft hinweist – ein beigefügter Flyer enthält alle wichtigen Informationen wie Zugangsvoraussetzungen sowie die Kontaktdaten im Standesamt, um einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Kassels neuer Oberbürgermeister Christian Geselle erklärt: „Die Einbürgerungsinitiative ist ein wichtiger Baustein zur Integration der hier lebenden zugewanderten Menschen, da eine Einbürgerung die Bindung an die neue Heimat verstärkt und eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft beinhaltet nämlich das Recht zu wählen und gewählt zu werden, aber auch die uneingeschränkte Berufswahl, den konsularischen Schutz durch die Bundesrepublik im Ausland und vieles mehr.“

Die Staatsangehörigkeit eines Menschen entscheidet im Sinne einer rechtlichen Integration wesentlich über soziale, berufliche und politische Teilhabemöglichkeiten. Den Zugewanderten sollen in Kassel gleichberechtigte Lebensperspektiven eröffnet werden. „Die Menschen leben, lernen, arbeiten hier und zahlen ihre Steuern. Wir wünschen uns, dass sie die Möglichkeit wahrnehmen, das Stadtgeschehen aktiv mitzugestalten und laden sie ein, sich politisch einzubringen“, beschrieb Oberbürgermeister Bertram Hilgen die Motivation der Stadt beim Start der städtischen Einbürgerungsinitiative.

Kassel ist seit je her eine weltoffene Stadt und bietet Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung eine neue Heimat. Die Stadt Kassel profitiert seit Jahrhunderten durch Zuwanderung in den Bereichen Kunst, Kultur, Wissenschaft, Sport, Wirtschaft und Gesellschaft. „Zuwanderung ist alltäglich und positiv gestaltbar. Daher wollen wir den Menschen gute Startbedingungen bieten. Davon profitieren alle – sowohl die Alteingesessenen als auch die neuen Kasselerinnen und Kasseler“, so ist man im Rathaus überzeugt.

Unterstützt wird die Initiative von derzeit elf ehrenamtlichen Einbürgerungsbegleiterinnen und -begleitern aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Diese haben größtenteils selbst eine Einbürgerung durchlaufen und erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie sollen die Einbürgerungsinteressierten informieren, beraten und unterstützen. Sie helfen auch dabei, eventuell bestehende Kontakthemmnisse mit der Verwaltung abzubauen. Als Ansprechpartner und Vertrauensleute stellen sie Kontakt zur Einbürgerungsbehörde her, begleiten die Antragssteller bei Behördengängen oder helfen bei konsularischen Angelegenheiten und bei der Antragsstellung. Sie stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen bei Verständnisschwierigkeiten, indem sie bei Bedarf als Dolmetscher fungieren. „Auch für weitergehende Fragen, zum Beispiel zum Thema Bildung, Arbeitsmarkt oder Gesundheit stehen wir durchaus zur Verfügung“, so Tesfu Zeru, einer der Einbürgerungsbegleiter, der auch als Interkultureller Bildungsbeauftragter in der Region unterwegs ist.

Das Konzept der Einbürgerungsinitiative hat bereits erste Erfolge zu verzeichnen. So ist die Anzahl der Einbürgerungsberatungen im Bürgeramt seitdem deutlich gestiegen – ebenso die Zahl der tatsächlich gestellten Anträge auf Einbürgerung.

Im Jahr 2016 haben 547 Frauen und Männer aus insgesamt 83 Nationen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Im Zeitraum von Oktober 2016 bis Ende Mai 2017 wurden insgesamt 1930 Beratungsgespräche durchgeführt. Infolgedessen wurden 516 Anträge gestellt, davon wurden 379 Personen bereits eingebürgert.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Einbürgerungsinitiative „Mein Kassel – Mein Zuhause. JA zur Einbürgerung!“ einen Zuwachs von nunmehr 30 Prozent erbracht.
Gerne möchte die Stadt mit ihrem Projekt auch zukünftig mehr Menschen mit Migrationshintergrund motivieren und hofft, dass viele vom Informations- und Beratungsangebot zur Einbürgerung Gebrauch machen.

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