Schon über 58.000 Aufrufe: Feuerwehr-Video von Gudensberger Filmteam begeistert die Region

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Das Dachgeschoss eines Melsunger Wohnhaus brennt, in dem sich noch ein Junge aufhält. Unter Atemschutz unternimmt die Feuerwehr einen Rettungsversuch. Das sind Szenen eines Kurzfilms, den die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Gudensberg in Zusammenarbeit mit Filmemacher Michael Mengel gedreht hat.

Der Film wurde im Auftrag des Kreisfeuerwehrverbandes Fritzlar-Homberg erstellt. Vorsitzender Dieter Ide hatte im April 2015 das Team „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Gudensberg gefragt, ob sie einen Imagefilm drehen würden. Das Team stimmte zu und ließ die Idee reifen. Jetzt fehlte noch jemand, der über den technischen Hintergrund für eine Videoproduktion in dieser Größenordung verfügt.

Hier kam Michael Mengel ins Spiel. Der Filmemacher aus Gudensberg machte zuletzt durch sein Youtube-Musikmagazin „On Stage“ auf sich aufmerksam. Mengel sagte spontan seine Unterstützung zu.

Nun ging es an die Arbeit: Aufzählen, was eine Feuerwehr alles macht, Filmgeschichte finden, Drehbuch erstellen, Drehorte festlegen, Feuerwehren, die mitmachen wollen, gewinnen, Drehgenehmigungen einholen, Einverständniserklärungen der Mitwirkenden einholen, Kamerapunkte festlegen und Ablaufpläne zu den einzelnen Drehs erstellen. Das Team lernte, was es bedeutet, einen Film zu machen und Michael Mengel bekam Einblicke in die manchmal harte Realität der Feuerwehr. Aus dem geplanten Imagefilm entwickelte sich während der Dreharbeiten eine Geschichte. Der Kurzfilm reifte heran.

Michael Mengel (Foto: Freiwillige Feuerwehren der Stadt Gudensberg/nh)
Dass sich seine Sichtweise auf die Feuerwehr durch die Dreharbeiten geändert hat, erklärte uns Mengel: „Man ist ja doch sehr geprägt von Film und Fernsehen. Leider ist das meistens äußerst unrealistisch. Unser Anspruch an den Film war es, ihn so realistisch wie möglich zu halten. Dabei durfte er aber auch nicht langweilig werden. Das war die größte Herausforderung bei der ganzen Geschichte. Was mich überrascht hat, war, dass so viele Leute im Hintergrund auch noch sehr wichtige Jobs haben, ohne die die „Feuerwehr“ gar nicht funktioniert. Und dann die umfangreiche Ausbildung, die dazugehört. Das ganze dann auch noch völlig freiwillig und ohne Bezahlung.“

Jede Szene wurde akribisch vorbereitet und dann gedreht, manchmal sogar bis zu sechs Mal. Das Team gelangte während der Dreharbeiten oft an die Grenzen. Dreharbeiten von bis zu acht Stunden bei 34 Grad Hitze waren keine Seltenheit. Alleine der Dreh im Kinderzimmer war erst nach vier Stunden im Kasten.

Die gesamte Produktion dauerte etwa 23 Monate, da sehr viele Leute an dem Film beteiligt waren und dadurch die Termine relativ schwierig zu organisieren waren. „Des Weiteren gab es das Problem, dass wir nur bei gutem Wetter drehen konnten. Einige Szenen sind auch bei bewölktem Himmel entstanden, die habe ich dann nachbearbeiten müssen. Skyreplacement nennt sich das“, Mengel weiter.

Wie viele Stunden der Filmemacher mit der Produktion verbracht hat, kann er nicht mehr genau sagen: „Es waren wohl einige, die meisten mit Sicherheit bei den Visual Effects und der Nachvertonung. Allein die Brandszene hat mit Sicherheit 50-60 Stunden Arbeit gekostet. An dieser Szene habe ich auch von Anfang an bis fast zum Ende der Produktion noch gearbeitet und sie verfeinert. Wenn du genau darauf achtest, sieht man sogar den Feuerschein als Spiegelung in der Sonnenbrille der Frau.“

150 Leute haben den Film zu dem gemacht, was er ist, davon zehn im engeren Kreis der Filmteams. Niemand davon hat sich wohl am Anfang vorstellen können, dass der Film in nicht einmal einem Monat über 58.000 Mal aufgerufen wird. Und es wird mit Sicherheit noch viel mehr werden.

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